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    bachen


    [ påxn, på.hn ]

    backen


    Wortart: Verb
    Gebrauch: Dialekt
    Erstellt von: Koschutnig
    Erstellt am: 11.03.2018
    Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
    Bekanntheit: 0%  
    Bewertungen: 1 2

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    Kommentare (2)


    Im Grimm’schen Wörterbuch zu „backen“:
    ahd. pachan, mhd. bachen [...]
    bei älteren süddeutschen schriftstellern immer bachen, und noch heute so in Schwaben, Baiern, Östreich;
    erst
    LUTHER setzte backen durch, das so unhochdeutsch scheint, als macken, sacken für machen, sachen wäre
    source: Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1065
    Dieses „bachen“ ist mundartlich in Österreich noch sehr lebendig ( s. deshalb auch Eintrag bochn), z.B.
    dem chrischtele im nochhinein olls guate zam giburtstog
    hot dei lota dir eh a turtn gibochn ...?
    source: Villacher Net
    Oder weihnachtlich:
    Endlich auf Nocht, jeder is fertig gwessn
    San olle, beim Tisch zomm gsessn
    Homb gessn, lauter guate Sochn
    Wurst und Kas, Kekslan selba gebochn
    source: Maria Lerchbaumer, “Am Hl. Obnd vor 39 Joahr“. Tresdorf.at
    Die meisten gedruckten Belege sind allerdings historisch, z.B.:
    Der Müller, als ein Erzgeizhals, redete sich aus, er müsse erst bachen, und habe nur noch den letzten Laib Brod im Hause, er könnte ihm also dießmal nicht helfen; worauf sein Bruder zu ihm sagte: ich habe ja gehört, du habest erst gestern gebachen, worauf er ihn mit sehr harten und rauhen Worten anfuhr und sich hoch verschwor, er habe nicht gebachen, und wenn er mehr Brod im Hause hätte, als dieß im Tischladen, so sollten die Würmer ihn sammt dem Brode fressen.
    source: Beschreibung von der großen Theurung in Wien (1803)
    Möcht’ wer eine Lebersuppe bereiten? So fängt’s an:
    Man nimmt eine Kalbsleber, paniert sie ein in Mehl, Semmelbresel und Eierklar, salzt sie nicht, bacht sie aus dem Schmalz heraus, bacht noch blätterte (blättrig geschnittene) Semmeln und schlägt ein, zwei ganze Eier in das Schmalz und bacht sie heraus...
    source: Henriette Povse, Das Kochbuch der Familie Schratt. Kulinarische Geschichten aus Baden (1844/2012)
    Die reguläre österr. Aussprache des -a- war dabei stets das heut mundartliche [å]:
    source: Johann Georg Mayr, Feldreserln. Eine Sammlung von Gesängen, Schnadahüpfln und Sprüch'ln in ob der ennsischer Mundart (1855)

    Koschutnig 11.03.2018


    Da gibt's so viele Leute, die Müller, Schmied, Schuster, Schneider, Gartner heißen und so wenige mit dem Familiennamen Bäcker. Wenn aber backen früher "bachen" geheißen hat, ob da nicht etliche der vielen Bacher und Pacher ihren Namen doch nicht vom Wohnen an einem Bach herhaben, wie man immer liest, sondern vom Bachen als Arbeit?
    Dekubitus 12.03.2018



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    Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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