Thema: Weinberln dran

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Weinberln dran
26.10.2007 von Brezi

Weinberln dran
26.10.2007 von Brezi

In meiner Famile pflegte man zu sagen "Iwaroi san Weimpaln drã", also "Überall sind Weinberl dran", wenn man meinte: "Alles auf der Welt hat einen Haken". Ich hätte das unter normalen Umständen unangesehen ins Wörterverzeichnis gestellt, aber mir fiel Folgendes auf:

In allen anderen Redewendungen, die ich kenne, bedeutet "Weinberl" etwas Positives: sich einweinberln heißt sich (aufdringlich) von seiner besten Seite zeigen wollen, und gar erst die Weinberln (Rosinen), die sich jemand aus einer Sache klaubt, stehen für das Beste (das diesem Schnösel gerade gut genug ist). Und hier soll "Weinberln" auf einmal "Haken, Pferdefuß" heißen.

Die nächstliegende Erklärung wäre, dass mein Familienverband diese Redewendung auf höchst eigenwillige (und dann auch unlogische) Weise verwendet hat.

Ich will das aber nicht von vornherein annehmen. Vielleicht kennt jemand anderer diese Redensart auch und kann sogar erklären, wie es dazu gekommen ist. Immerhin gibt es auch genug Erdenbürger, die die Weinberln aus Topfenstrudel und Kaiserschmarrn herauspicken, gerade weil sie sie nicht haben wollen und insgeheim pfuigacki finden.

Ich erwarte mit Interesse erhellende Antworten auf meine implizit gestellte Frage.

Brezi

das rasuklauben...
29.10.2007 von wuppl

...der weinberl ist auch bei mir nicht positiv behaftet, weil es erstens eine heidenarbeit ist und zweitens gar net nötig wäre, wenn keine rosinen drin wären.

weintrauben haben ganz und glatt und rund zu sein und nicht alt und vertrocknet, wobei ich hier auch keine assoziationen zu einer wunschgemäßen beziehung aufstellen will *fg*

für mich sind also weinberl an sich auch eher negativ, auch abgeleitet aus dem wenn sich einer einweinberlt, weil das den anderen auf den sack geht. es kommt vermutlich auch hier auf den blickwinkel an

greetz

wuppl

Na dann!
10.11.2007 von Brezi

Na dann gehöre ich mit meiner Familie wohl auch zu denen, die lieber rausklauben und der Satz hat seine Berechtigung. Danke für diese Argumentationsweise. Zu meinem 46. Geburtstag war auch ein kleiner Bub eingeladen, der sich so auf den Kaiserschmarren freute (Gasthaus). Als der mit Rosinen kam, hatte er schon einen riesen Hunger, brachte jedoch keinen Bissen herunter, bis die Mutter ihm den Rausklaubejob erledigte.

Beim Einweimberln macht die Rosine hingegen tatsächlich eine Gratwanderung. Dem Schleimer scheint sie gerade recht zu sein, während sie dem Emfänger der Botschaft (manchmal auch nur dessen Beobachtern) allzu süß ist.

Woher kommt eigentlich der Gruß Greetz? Das klingt für mich eher wie ein Hautausschlag, bedeutet aber anderswo ganz offensichtlich so viel wie "serwas!"

Griaß Di!

Werner

11.11.2007 von wuppl

greetz leitet sich - vollkommen falsch geschrieben natürlich - aus dem englischen wort für Grüße ab.

das hat sich - für jemanden der amerikanismen haßt wie die pest im ansatz doch befremdlich - im laufe des schnellen drathlichen Mitteilungsaustausches in virtuellen konferenzräumen eingeschlichen und weigert sich hartnäckig meinen netzsprachgebrach zu verlassen.

in diesem sinne

d'ehre

wuppl

Nein was sagt man dazu!
11.11.2007 von Brezi

Nodowari nia draufkemma. Tnx 4 yr information! Übrigens kommt mir das, auch wenns in dem Fall für uns komisch ausschaut, nicht sooo falsch geschrieben vor, denn überm Teich ist es ja geradezu schon falsch, eine Mehrzahl mit -s statt mit -z zu schreiben, so hat sich das drüben eingebürgert.

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