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    kontumazfrei



    quarantänefrei; ohne langwierige Kontrolluntersuchung beim Grenzübertritt


    Wortart: Adjektiv
    Tags: veraltet
    Kategorie: Amts- und Juristensprache
    Erstellt von: Koschutnig
    Erstellt am: 30.07.2017
    Bekanntheit: 0%  
    Bewertungen: 0 1

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    Kommentare (1)


    source: Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit
    da sind wir angehalten worden, und wie wir haben gezeigt unsern Schein, dass wir können reisen und handeln kontumazfrei, wie wir wollen, da haben sie genommen den Schein und haben gesagt, er gilt nicht
    source: Hermann Schmid, Der Kanzler von Tirol (1894)
    Während der wahre Freiheitsheld durch Sabotage in Kasernen und Konsumanstalten den Zusammenbruch des Mordstaates herbeiführte, hat mein gespieltes Pathos einer Kriegsgegnerschaft an den Geschehnissen nichts geändert, so wenig wie meine Lyrik an, der Tatsache etwas ändern kann, daß ich einen kontumazfreien Paß in die Schweiz bekam. Es ist aber ein Glück, daß meine Lyrik es auch nicht verhindert hat. schließlich hätte man einem, dem die Kriegszensurdie Kriegszensur soeben das »Gebet« verboten hatte, auch den Pass in die Schweiz verweigern können Wenn ich ihn trotzdem, und zwar kontumazfrei »wie ein Vertrauter der Regierung«, bekam, so muss man das offenbar so verstehen, dass mich die Regierung entweder zur Propaganda oder zur Überwachung der auf Propaganda in die Schweiz geschickten Dichter verwendet hat.
    source: Karl Kraus, Die Fackel Nr 531, Bd. 22 (April 1920) S. 128


    Und eine Nachricht in der urspr. Bedeutung aus Österreich:
    Nach offiziellen Mittheilungen ist der Ollmützer Kreis der Provinz Mähren von der Cholera ganz befreit erklärt, und können dessen Provenienzen an den noch bestehenden Sanitätscordonen kontumazfrei ohne weitere Sanitätszeugnisse passiren.
    source: Regensburger Zeitung,1.6.1832

    Koschutnig 30.07.2017



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    Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

    Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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