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i̲hnare, i̲hnere, I̲hnare, I̲hnere



ihre, Ihre (Pl.)


Wortart: Anderes
Gebrauch: Umgangssprache
Tags: wienerisch,u.a.
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 29.11.2017
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 2 3

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Kommentare (1)


Vgl. für die Formen des Personalpronomens der 3. Pl. und der Höflichkeitsform sowie für das Possessivpronomen 'ihr/Ihr' die Einträge eahne, eahna, eahnere (= ihre , ihnen ), eahna (= Ihnen) und Eana (= Ihnen) mit demselben Gebrauch, jedoch sozialsprachlich eine Stufe darunter.
Plural:
Ihnare:
Tant Anna [...] um Ihnare beweglichen Füaß handelt sa si's hier net. Wenn ma", fügte er mit zarter Anspielung auf den Beruf der Tante hinzu, "den ganzen Tag bei der Sesshaftigkeit Dienst macht, dann is ka Wunder, dass ma gern a paar Kilometer rennt
source: Anton Kuh, Brunneisel und der innere Krieg (1933), Werke (2016)
Ihnere:
Wann ich mich net irr, so wollen S Ihnere Schulden abzahlen kommen, oder hab ich mich täuscht?
source: H.C. Artmann, Die Fahrt zur Insel
Nantucket (1969)
»I hab nix g'stohl'n«, wettert die Alte ihr zu, »aber mir kann was g'stohl'n wer'n – Ihnere Wohltaten! Auf d' Polizei haben mi Ihnere Wohltaten g'führt
source: Marie von Ebner-Eschenbach, Der Muff. In „Krambambuli. Meistererzählungen [1886/2017)
ihnare:
Die Staatsunterwühlung ist auf dem Marsch! Die ganze Stadt ang'stopft von lauter Autos – die Schofför san mit ihnare Schlüssel weggrennt, damit der Verkehr stockt
source: Anton Kuh, Brunneisel und der innere Krieg (1933), Werke (2016)
ihnere :
Durchlaucht wird sich kugeln – paar Vergnügungsetablissements haben bei uns angefragt, ob s' ihnere Vorstellungen abhalten sollen.
source: Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit. Projekt Gutenberg

ihnere/ihnare beifügend auch im Singular, bes. in der Flexion von ihna:
* schaun Sie auf unsere Braven, die was dem Feind jetzt ihnere Stirne bieten
* Damit mrs net mirkt, dass Spionen san, lassen s' ihnern Bart stehn!
* aber wenn wir in einer Schlamastik sind, da kommen halt die Deutschen mit ihnerer Organisation
source: Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit

Koschutnig 29.11.2017



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Das Österreichische Volkswörterbuch ist eine Sammlung von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Möglichkeit selbst mit zu machen.
Derzeit sind über 1300 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir darüber hinaus und bieten die Möglichkeit eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.