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    Gespa̲n

    der, -s, -e
    [ kšpå:n ]

    Kamerad(in), Gefährte, Gefährtin


    Wortart: Substantiv
    Gebrauch: Dialekt
    Tags: Kärnten
    Kategorie: Zwischenmenschliches
    Erstellt von: Koschutnig
    Erstellt am: 30.11.2017
    Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
    Bekanntheit: 20%  
    Bewertungen: 2 2

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    Gespann
    +4 

    Kommentare (1)


    Gesungen vom Kärntner Viergesang: [https://www.youtube.com/watch?v=Zv21Z2JQO5c%23t=Video::::]

    r>

    I hån di gern so viel als i vermåg,
    in finstrer Nåcht gråd so als wia bai Tåg.
    Denn schau, i man du wa̲r'st mei bester Gschpån,
    mir hätt’s ja går nia lad getån.
    Gespan [der] ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, einen Gehülfen, Kamerad oder einen der mit einem andern gleiches Standes und gleiches Amtes ist, - zu bezeichnen, in welcher Bedeutung ehedem auch das Wort Gesell üblich war; L. Socius, Fr. Camarade, Compagnon. Es kömmt noch hin und wieder vor, wo es oft auch nur Span lautet.
    source: Johann Georg Krünitz, Oeconomisch-technologische Encyklopädie (Berlin 1787)
    Ein Jahrhundert später in Wien:
    Gespann, der
    1) in Ungarn: ... der Kreishauptmann ...
    2) das Gespann, das Zusammengespannte, Mhrz. die Gespanne: Ein Gespann Pferde; das Ochsengespann; –
    3) der Gespann, Mhrz, die Gespanne, der Genosse, der Begleiter, der Gefährte: Der Reisegespann; der Schlafgespann; der Zimmergespann.
    source: Joseph-Alois Ditscheiner, Grammatisch-orthographisch-stilistisches Handwörterbuch der deutschen Sprache. 2.Aufl. (Wien 1870)
    Die heutige deutsche Rechtsschreibung allerdings verlangt nun aufgrund des [a:] bei 1 und 3 die Schreibung „Gespan“:
    Duden:
    Gespan, der
    Wortart: Substantiv, maskulin
    Gebrauch: veraltet
    BEDEUTUNGSÜBERSICHT: Mitarbeiter, Helfer; Genosse
    source: Duden online

    Wenn ein Wort nur noch mündlich weitergetragen und nicht mehr im sprachl. Zusammenhang begriffen wird, entsteht mitunter eine entstellte Neubildung (so z.B. wurde in Wien der "Scherm", den einer mitunter unangenehmerweise auf hat, aus dem Scherben = Topf, und aus dem Grantscherben wurde ein Grantscherm). Und so findet man in einem Text dieses Kärntnerliedes
    du worst mei größter Sponn
    source: Tröpolacher Burschenschaft

    Sponn??
    Da haben die Burschen allerdings, wahrscheinlich ohne es zu ahnen, gar nicht so unrecht (auch wenn sie den Liedtext - nicht nur bei diesem Wort, s. 'worst' = warst statt 'warst' = wärest - unkorrekt singen), denn der bedeutende Matthias v. Lexer hatte bereits festgestellt, und man findet es auch im Grimm’schen Band IV, 1897, Sp. 4128:
    GESPAN m
    gefährte, genosse, kamerad, wie vereinzelt auch span, das noch kärntisch ist LEXER 235
    source: DWDS

    Koschutnig 30.11.2017



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    Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir darüber hinaus und bieten die Möglichkeit eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

    Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

    Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

    Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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