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    a Neichtl



    eine kurze Zeit


    Erstellt von: WAM
    Erstellt am: 28.02.2007
    Bekanntheit: 60%  
    Bewertungen: 19 2

    Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

    Kommentare (15)



    Meli 12.10.2007


    eigentlich
    die Eicht; eine kurze Zeit; Eichtl ist die Verkleinerungsform, das 'n' ist wegen leichterer Aussprechbarkeit eingeschoben.
    avenarius 07.04.2008


    Ergänzung
    Wald- /Weinviertel: Setz di zuwa a neichtl zu mir, ratsch ma a neichtl, host a neichtl zeit ?
    Setz dich kurze Zeit zu mir, tratschen wir ein wenig, hast du kurz Zeit ?
    Marktroland 19.08.2009


    Wie schon Avenarius kommentiert hat:
    die Eicht(e) - eine Weile; eine kurze Zeit.
    'eine gute Eicht warten müssen' - ziemlich lang'ein kleins Eichtel' - eine kurze Zeit'wunderliche Eichten haben' - Launen Matthias Höfer (Benediktiner in Kremsmünster und Pfarrer in Kematen): "Etymologisches Wörterbuch der in Oberdeutschland, vorzüglich aber in Oesterreich üblichen Mundart, Theil 1", Linz 1815 (Google eBook)

    http://tinyurl.com/6g2yqqk
    * Friedrich Josef Pesendorfer: "A lustigö Eicht: Dialektgedichte", Linz 1920
    Das N von "Neichtl" stammt vom unbestimmten Artikel, während umgekehrt ostmitteldeutsch bei der Otter das N abgetrennt worden war, weil man es für das Artikel-n hielt (Otter = Natter; auch englisch a nadder > an adder). Seit Luther wurde "die Otter" allmählich Standard, doch zu seiner Zeit verstand man im Oberdeutschen sein "Otterngezücht" nicht! Der (Fisch-)Otter aber hatte nie ein N- (zu idg. 'udr-' = 'Wasser')
    Koschutnig 21.06.2011


    Änderungsvorschlag:
    Ö: Eicht(el)
    A: a Neichtl
    D: eine kurze Zeit
    Sollte das so passen, mache ich gerne eine Änderung.
    JoDo 21.06.2011


    Eher nicht,
    würde ich sagen. Vielleicht aber meldet sich ein OÖer oder NÖer, der die Eicht noch kennt, dann sollte man die extra aufnehmen (sonst könnt's ja eigentlich auch als "veraltet" aufgenommen werden, nicht?)

    Doch wenn das offenbar noch vielfach bekannte "Neichtl" nur als Aussprache von "Eicht" aufgenommen würde, wär das dann nicht so, wie wenn die Otter nur als eine Aussprache von "Natter" im Wörterbuch zu finden wäre?
    Koschutnig 21.06.2011


    gem. Aussage
    eines Bekannten aus OÖ wird beides verwendet: a Neichtl und an Eichtl, beides für "ein Weilchen". So wie Koschutnig schon vermutet hatte.
    dingle 22.06.2011


    Erklärt's Anzengruber sofort selber - oder?
    ...nachher geht dir wohl ein Licht auf, dass gelebt gelebt ist, dass das kleine Neichtl Zeit ganz unser ist und dass wir uns um kein' Herrgott und kein' Teixel z' kümmern brauchen...wann's nach'm klein winzig Neichtl Zeit all's miteinander vorbei is (Aus den "Kalendergeschichten") http://tinyurl.com/67kz932Setzt er für die Städter, für die Anzengruber ja schreibt, jedesmal zum geliebten "Neichtl" die "Zeit" hinzu, damit das Wort verstanden wird?* d'rüber vergeht auch a neichtl Zeit * allweil nach oan kloan Neichtl Zeit * in ein Neichtl Zeit schau' ich koan Narr'n nimmer gleich - Oder aber bedeutet für ihn "ein Neichtl" einfach nur 'ein bisschen'? Da ist nämlich auch noch Anzengrubers Satz: "da drein steht alles Verborgene und alles Offenbare verzeichnet und noch a Neichtl drüber" http://tinyurl.com/3spzdes
    , * und da ist weiters der Satz einer Gesprächspartnerin von Enrica v. Handel-Mazetti: " 's Heimweh hört a Neichtl auf, und die Zeit vergeht ihm no amal so schnell" - http://tinyurl.com/3pzcolq -* sowie im Roman "Der letzte Baum" (1908) des Böhmerwalddichters Josef Gangl:"Nur ein klein's Neichtl zu lustig und zu stolz war er mir." , was in der Anmerkung erklärt wird: "Neichtl: Ein Restchen; ein weniges" (Deutsche Arbeit: Band 7
    Gesellschaft zur Förderung Deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen, 1908, S 232)Wenn dem so ist, gäb's u.U. eine mögliche sprachgeschichtliche Erklärung: Mittelhochdeutsch gab's ein "iht"[içt] = 'etwas', entstanden aus "ie wiht" ('irgendein Ding'), dazu die Negation "ni(e) wiht", die zusammengezogen zu unserem "nicht" wurde (Das -s bei 'nichts' stammt vom Genitiv "ihts" - 'des Dings').Falls nun im Böhmerwaldraum das "i(e)ht" zu einem langen wurde, könnte es wie die anderen langen -i- zu -ei- geworden sein (min, din, sin > mein, dein, sein; zit>Zeit; wip>Weib), also i:cht > Eicht und entsprechend niewiht > ni:cht> Neicht + Verkleinerungsnachsilbe -el > "Neichtl". Das anlautende N- ginge dann zwar einerseits auf die Verneinung von "etwas" zurück, mag andererseits aber daneben auch durch Abtrennung vom unbestimmten Artikel "ein Eichtl" entstanden sein, sodass das "Neichtl" keine negative Bedeutung mehr hatte und nur in der Bedeutung "etwas, ein bisschen" gleich wie das "Eichtl" verwendet wurde. Der häufige verbundene Gebrauch von "Neichtl" + "Zeit" dürfte schließlich durch Bedeutungsübertragung zum dzt. "Neichtl = wenig Zeit" geführt haben.
    Koschutnig 22.06.2011


    Im Englischen
    aus dem ´Koschutnik´ das sehr passende Beispiel ´a nadder > an adder´ gebracht hat, gibt es aber laut ´Neophilologus
    Volume 64, Number 1, 109-112´
    http://www.springerlink.com/content/q33320r52l743755/
    Beispiele für ´nasal shift´ in beide Richtungen: ´an ekename > a nickname, an ewt > a newt, an otch > a notch´.
    Vielleicht gibt es in beiden Sprachen die gleichen Beweggründe für diesen ´shift´.
    JoDo 23.06.2011


    Zu klären
    wäre also ´nur´ noch die Frage:
    Stehen ´Eicht´ und ´Neichtl´ unabhängig nebeneinander > dann: zwei Einträge, oder
    ist Neichtl die Aussprache von Eicht?
    ´Native Speakers´ bitte melden!
    JoDo 23.06.2011


    Auch im Pustertal
    hat Johann Baptist Schöpf, der Vater (Großvater) der Tiroler Mundartforschung, "neichtl" gefunden, und zwar in der Bedeutung 'wenig, ein bisschen', und er beschreibt es als "wahrscheinlich eicht mit präfigiertem -n".(Tirolisches Idiotikon, Innsbruck, 1866, S.464)
    http://tinyurl.com/5tdy5hr
    Es ist also nicht nur Aussprache, wie ja auch die lit. Verwendungen (Anzengruber etc.) zeigen.
    Koschutnig 23.06.2011


    eine Weile gesucht:
    kurze Zeit:
    Eichterl, auf ein Eichterl = auf kurze Zeit, ein Weilchen
    (auch "a Neichtl" oder "a Neichterl" = an Eichtel)

    [mhd. ûhte / uohte = Zeit der Dämmerung, auch Nachtweide des Viehs]

    A lustigö Eicht, Spruchgedicht von Franz Stelzhamer

    A lustige Eicht

    hat der Herrgott selm gweicht,

    selm gweicht und selm gsegnt,

    ruck en Huat, wanns da gegnt.

    (andere Version)

    A lustigö Aicht
    Hat da Herrgott selm gweicht,
    Selm gweicht und selm gsegnt:
    Ruck ön Huat, wanns da gögnt.
    http://tinyurl.com/6kmls7p
    JoDo 23.06.2011


    In Kärnten unbekannt
    Ich muss die Beurteilung für Klgft. anzweifeln.
    chaimulja 18.11.2012


    @ chaimulja : Inwiefern
    musst du die Beurteilung für Klgft. anzweifeln ?
    Qualität= 0 bedeutet: "Kann ich nicht beurteilen"
    Bekanntheit= - 50% bedeutet: "Kenne das Wort nicht" Ehe ich mich damit befasste, kannte ich es nicht, ich weiß aber nicht, ob es andere in Kärnten kennen. Beurteile doch auch du - dazu ist das grüne +/- ja da!
    Koschutnig 18.11.2012


    kurzzeitig
    frieda 09.03.2017



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